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Auch ohne teure Programme kann man die meisten Programme übers Netzwerk an die Clients verteilen. Und zwar mit Windows Bordmittel. Voraussetzung hierfür ist eine Windows 2000 oder Windows 2003 Domäne.
1. Allgemein Wie bei vielen Gruppenrichtlinien kann man auch beim Verteilen von Softwarepaketen wählen, ob die Software über eine Computerrichtlinie oder eine Benutzerrichtlinie verteilt werden soll. Der Unterschied hierbei ist der Zeitpunkt der Verteilung. Computerrichtlinien werden einem Computerkonto oder einer Gruppe von Computerkonten zugewiesen und noch vor der Benutzeranmeldung an Windows abgearbeitet. D. h., die Software wird bereits beim Starten von Windows installiert. Benutzerrichtlinien werden Benutzerkonten oder einer Gruppe von Benutzerkonten zugewiesen. Erst wenn sich der Benutzer anmeldet wird die Richtlinie abgearbeitet und die Software installiert. Bei Benutzerrichtlinien kann man außerdem wählen, ob das Paket bei der Benutzeranmeldung direkt installiert oder unter „Systemsteuerung - Software - Programme hinzufügen" veröffentlicht werden soll. Der jeweilige Benutzer kann die Software dann von dort je nach Bedarf manuell installieren. 2. Vorbereiten der Softwareverteilung Um eine Software mittels GPO verteilen zu können benötigt man eine .msi-Datei. Die meisten Softwarehersteller liefern heute ihre Programme mit einer solchen Datei aus. Oft wird diese Datei jedoch in einem Setup versteckt. Beispiel hierfür wäre der PowerPoint Viewer 2003. Diesen kann man nur als exe bei Microsoft herunterladen. Um an die .msi-Datei heranzukommen muss man das Setup mit folgendem Parameter aufrufen: PPViewer.exe /T:c:\temp /C Durch den Parameter /C wird die Setup.exe nur entpackt und nicht ausgeführt. Durch /T:c:\temp wird der Pfad angegeben, wohin die Installationsdateien abgelegt werden sollen. Unter c:\temp befindet sich nun die Datei PPViewer.msi. Diese kann nun mittels einer Gruppenrichtlinie verteilt werden. Damit die Software über eine Gruppenrichtlinie installiert werden kann, müssen die Installationsdateien in einer Netzwerkfreigabe abgelegt sein, auf die der Client bzw. der User zugriff hat. Oftmals wird hierfür das sysvol-Verzeichnis missbraucht. Vorteil ist, die benötigten Rechte sind bereits vorhanden. Ein großer Nachteil dagegen bedeutet der erhöhte Replikationsverkehr zwischen den Domänencontrollern. Es empfiehlt sich daher eine Freigabe auf einem zentralen Dateiserver zu verwenden und die entsprechenden Berechtigungen sowohl auf Datei- wie auch auf Freigabeebene zu vergeben. 3. Verteilung über Computerrichtlinie Der häufigste und zugleich einfachste Weg eine Software zu verteilen ist über eine Computerrichtlinie. Mit der Group Policy Management Console (GPMC) erstellt man ein neues Gruppenrichtlinienobjekt auf einer OU. Im Bearbeitungsmodus des Objekts unter „Computerrichtlinien - Softwareeinstellungen - Softwareinstallation" kann man nun die vorhandene msi-Datei in die Gruppenrichtlinie einbinden. Durch einen Rechtsklick auf „Softwareinstallation" erscheint im Kontextmenue der Punkt „Neu - Paket". Nun wird der Pfad des zu verteilenden Pakets abgefragt. Hier den UNC-Pfad zur msi-Datei angeben und bestätigen. Nachdem man das entsprechende Paket ausgewählt hat öffnet sich das Eigenschaftsfenster des Paktes. Hier kann man z. B. noch eine „Antwortdatei" in Form einer mst-Datei angeben. Weiterhin kann man Abhängigkeiten von anderen Softwarepaketen, die über GPO verteilt werden, definieren. Meistens genügt es jedoch, die msi-Datei im Gruppenrichtlinienobjekt einzubinden. Standardmäßig wird die Gruppenrichtlinie auf die Gruppe „Authenticated Users" angewendet. Um die Verteilung des Pakets besser steuern zu können legt man eine Gruppe an, die nur die Computerkonten enthält, die das Paket auch wirklich bekommen sollen. Dieser Gruppe weißt man die Richtlinie zu. Beim nächsten Neustart des PCs wird die Software dann auf die Clients installiert. Natürlich gibt es auch bei der Softwareverteilung ziemlich viele Sonderfälle die zu beachten sind. Es würde jedoch diesen Artikel extrem ausdehnen, wenn ich alle verschiedenen Möglichkeiten hier auflisten wollte. Ich hoffe, dass ich wenigstens die Grundlagen dieses Themas einigermaßen verständlich darstellen konnte. Und vielleicht gibt es ja mal noch ne Fortsetzung zu diesem Thema. © Rainer „banco74" Röckle, unterwegs-im.net 2005 |