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Netzwerkkonfiguration mit netsh PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Rainer Röckle   

einige Anwendungsbeispiele für das Befehlszeilentool, das jeder kennen sollte

 

Netsh.exe - Befehlszeilentool, das jeder kennen sollte

Das Befehlszeilenprogramm netsh dient zum Anzeigen oder Ändern der Netzwerkkonfiguration von PCs und Servern die unter folgenden Betriebssysteme laufen: Windows 2000, Windows XP oder Windows Server 2003. Mit netsh werden Kontextbefehle aufgerufen, welche wiederum Hilfeassistenten (DLL-Dateien) starten, die die gewünschten Funktionen ausführen.

Durch eine Vielzahl von Kontextbefehlen kann man nahezu alle Einstellungen an der Netzwerkkonfiguration von windowsbasierenden Systemen vornehmen. Aber auch zu Diagnosezwecken eignet sich netsh hervorragend. Ein Beispiel hierfür ist folgender Befehl:

> netsh diag gui

Durch diesen Befehl wird das Diagnosetool von netsh gestartet. Die nun gestartete grafische Oberfläche dient nun dazu die gewünschten Überprüfungsoptionen auszuwählen. Anschließend ein klick auf „System überprüfen" und innerhalb kurzer Zeit wird das Testergebnis ausgewiesen.

Ein weiteres schönes Beispiel für die Verwendung für netsh fällt in den Bereich DHCP. Über den Befehl

> netsh dhcp-server export [Pfad]Dateiname {all | Bereichsliste}

wird die DHCP-Konfiguration eines DHCP-Servers ausgelesen und in einer txt-Datei gespeichert. Wenn z. B. ein alter DHCP-Server durch einen Neuen ersetzt werden soll kann man diese Datei mit dem Befehl

> netsh dhcp-server import [Pfad]Dateiname {all | Bereichsliste}

auf den neuen DHCP-Server importieren. Einzige Voraussetzung: Der Server muss denselben Hostnamen und dieselbe IP-Adresse wie der alte DHCP-Server haben. Falls der neue Server jedoch einen anderen Hostname und eine andere IP-Adresse bekommen soll, kann man diese Angaben in der txt-Datei einfach ersetzen.

Ein weiteres Problem das sich mit netsh beheben lässt, ist z. B. das Betreiben eines Notebooks in zwei oder mehr verschiedenen Netzwerken ohne DHCP-Server. Durch einen einmaligen Aufwand ist man mit netsh in der Lage, die Netzwerkkonfiguration des Laptops auszulesen und als txt-Datei zu speichern. Dies geschieht mit folgendem Befehl:

> netsh interface dump >[Pfad]Dateiname.txt

Diesen Befehl einfach bei allen benötigten Netzwerkkonfigurationen ausführen und die txt-Dateien speichern. Nun kann man über Verknüpfungen (z. B. auf dem Desktop) die gespeicherten Konfigurationen wieder einlesen. Als Verknüpfungsziel muss folgendes eingetragen werden:

> netsh -f [Pfad]Dateiname.txt

Wer sich einmalig die Mühe macht und für jede Netzwerkkonfiguration die Einstellungen ausliest und jeweils eine Verknüpfung dazu erstellt kann nun komfortabel zwischen den jeweiligen Netzwerken umschalten. Zwei Dinge gibt es bei dieser Geschichte allerdings zu beachten. Wenn bei Windows 2000 oder Windows XP nur bei einer Netzwerkkonfiguration ein Default Gateway gesetzt ist, muss die txt-Datei, in der keine Gateway gesetzt sein soll, von Hand nachbearbeitet werden. Die Datei mit einem Editor öffenen und unterhalb von „#Schnittstellen-IP-Konfiguration für LAN Verbindung" folgende Zeile einfügen: set address name = „LAN Verbindung" gateway = none

Wer Windows XP ohne SP1 betreibt muss noch eine weitere Änderung an der txt-Datei vornehmen.  Im Editor die Zeilen die mit „set dns" und „add dns" beginnen suchen und am Ende der Zeilen jeweils die Eintragung „register = PRIMARY" löschen. Primary ist kein gültiger Befehl. Dieser Fehler wurde allerdings in Service Pack 1 für Windows XP behoben.

Ein anderes Beispiel aus der Praxis ist die Umstellung eines Netzwerkes von statischen IP-Adressen auf automatische Adresszuweisung mittels DHCP. Ohne netsh musste man an allen PCs im Netzwerk die LAN-Verbindung von Hand auf DHCP umstellen. Mit netsh funktioniert das nun auch per Skript. Den Befehl

> netsh interface ip set address "LAN-Verbindung" dhcp

in eine Batchdatei und ab ins Loginscript. Beim nächsten anmelden werden die PCs dann auf automatische IP-Adressierung mittels DHCP umgestellt.

Auch zur Fehlersuche kann man netsh benutzen. Wenn z. B. PPP Verbindungen Probleme bereiten empfiehlt es sich zunächst einmal die PPP Protokollierung einzuschalten. Die Protokollierung wird wie folgt aktiviert:

> netsh ras set tracing PPP enable

Das Protokoll wird dann unter %systemroot%\tracing angelegt. Mit Hilfe dieser Protokolldatei können Probleme oft schnell gefunden werden. Da diese Protokollierung ziemlich viele Ressourcen verbraucht sollte sie auch nach Problemlösung wieder deaktiviert werden .Um die Protokollierung wieder abzuschalten einfach in o. a. Befehl den Parameter enable durch disable ersetzen.

Dies sind nur einige Beispiele für die Verwendung von netsh. Durch die Vielzahl der Optionen kann ich leider nicht alle Befehle hier aufführen. Eine Übersicht über weiterer Optionen und Befehle werden in der Hilfe von Windows XP aufgelistet (einfach mal nach „netsh" suchen). Auch bei Microsoft in der Knowledge Base gibt es eine Übersicht über netsh-Befehle, die allerdings noch auf dem Stand von Windows 2000 sind (MS Knowledge Base-Artikel 242468). Bei Windows XP bzw. Windows Server 2003 wurde die Liste der Befehle noch einmal deutlich erweitert.

Für einige Verwendungen von netsh gibt es bei Microsoft noch separate Knowledge Base Artikel, die ausführlich auf die jeweilige Problemstellung eingehen. Hier ein paar links dazu:

-          Verwenden des Dienstprogramms netsh zum Exp. und Imp. von DHCP-Bereichen (281626)

-          Verwenden des Befehls netsh, um in W2k von stat. IP-Adresse zu DHCP zu wechseln (257748)

-          So deaktivieren Sie die H.323-Funktionalität im Routing- und RAS-Dienst unter Windows 2000 und Windows Server 2003, wenn der Dienst NAT verwendet (838834)

-          Aktivieren der PPP-Protokollierung in Windows (234014)

-          Zurücksetzen von "Internetprotokoll (TCP/IP)" in Windows XP (299357)

-          Manuell einen dynamischen Eintrag zu einem Windows 2000-WINS-Server hinzufügen (233375)

Dies sind nur ein paar nützliche Artikel aus der Knowledge Base. Es gibt natürlich noch viel mehr Möglichkeiten für den Einsatz von netsh, daher lohnt es sich auf jeden Fall mal in der Knowledge nach netsh zu suchen.

Auf alle Fälle ist netsh ein Tool, auf das man als Administrator nicht mehr verzichten möchte, wenn man sich mal ein bisschen damit beschäftigt hat.

© by unterwegs-im.net, Rainer 'banco74' Röckle

 
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