Mehr und mehr Abteilungsdrucker werden schon werksseitig mit Netzwerkkarten ausgestattet. Das bringt nicht nur Vorteile in der EDV-Infrastruktur, es brauchen keine Arbeitsplatz-PCs als Printserver missbraucht werden, auch liegt die Verarbeitungsgeschwindigkeit von internen Druckernetzwerkkarten höher als bei einer Netzwerkintegration des Druckers über einen externen Printserver, da der Flaschenhals "Übertragungsgeschwindigkeit" auf dem Parallel-Kabel entfällt. Dieser Geschwindigkeitsvorteil ist nicht nur bei grossen Datenmengen (High Volume oder Farbe) interessant, auch der klassische Bürodruck von wenigen Seiten geht flinker vonstatten.
Wie aber verhält sich ein per TCP/IP im Netzwerk eingebundener Drucker?
Nur in Ausnahmefällen wird der Drucker selber als eigenständiges Gerät in der Netzwerkumgebung erscheinen. Standardmässig ist dieses Verhalten bei Fiery-Druckcontrollern (Hersteller: Electronics for Imaging, www.efi.com) zu finden, das ist aber eine sehr teure Ausnahmeerscheinung, diese Controller werden nur bei Hochleistungsdrucksystemen (High Volume im Schwarzweiss-Bereich oder hochqualitativer Farblaserdruck) genutzt. Ein vernünftiger EFI-Controller liegt in der Anschaffung im oberen vierstelligen Eurobereich.
Nun haben wir aber einen Drucker mit Netzwerkkarte. Wie kommen die Druckdaten dort an?
Standardmässig können alle NT-artigen Betriebssysteme (NT 4.0, W2K und XP) auf die IP-Adresse eines Druckers zugreifen und dort Druckdateien hinsenden. Für dieses Vorgehen sind zwei Dienste zuständig: der Standard-IP-Druckdienst und der (ältere) LPR-Druckdienst. Fast alle aktuellen Drucker lassen sich inzwischen mit dem leicht konfigurierbaren Standard-IP-Druckdienst ansprechen. Dazu wird auf einem System der NT-Familie (NT 4.0, Windows 2000, XP oder Windows 2003 Server) erst ein Druckertreiber lokal installiert und dann im Anschluss-Setup von einem lokalen Port (klassisch LPT1) auf einen hinzuzufügenden IP-Port umgestellt. Wird im Assistenten für den Standard-IP-Port die IP-Adresse des Druckers eingegeben, wird automatisch ein Portname in der Form IP_[IP-Adresse] vorgeschlagen. Der Portname kann verändert werden, was bei grösseren Druckservern durchaus zu Übersichtlichkeit beitragen kann.
Windows 2000 und Nachfolger erkennen eine grosse Anzahl der aktuellen Druckerkarten und stellen den Port entsprechend ein, so dass kaum ein weiterer Konfigurationsaufwand besteht. Drucker noch freigeben, Client drauf verbinden und freuen.
Tricky wird es, wenn die Netzwerkkarte vom Drucker nicht erkannt wird oder der Drucker bzw. der Printserver nur über LPR angesprochen werden kann. Der LPR-Druckdienst ist in der Standardinstallation der NT-Systeme nicht mitinstalliert. Bei NT 4.0 afair über das Nachinstallieren des Unix-Druckdienstes in der Netzwerkumgebung erhältlich, unter W2K / XP über Eigenschaften Netzwerkumgebung, Menue Erweitert - Optionale Netzwerkkomponenten nachinstallierbar. Der LPR-Warteschlangenname für einen LPR-Drucker lautet PORT1, selten finden sich Mehrport-Anschlüsse unter LPR, am ehesten bei alten externen Printboxen.
Tja, und dann bleibt dann noch die Familie der 9xer-Windows übrig. Und die bleiben wirklich übrig, denn werksseitig können diese Systeme nicht auf eine Druckernetzwerkkarte drucken. Pech gehabt, die Systeme bleiben also aussen vor. Naja, nicht ganz. Jeder Hersteller von Druckservern oder Druckernetzwerkkarten hat eine mehr oder weniger ausgereifte Softwarelösung, um den 9x-Systemen das Drucken auf einen IP-Port beizubringen. Oftmals hilft dann nur fluchen und experimentieren. Konica liefert einen IP-p2p-Port mit, HP das bekannte JetDirect, Ricoh hat dort den SmartNetMonitor entwickelt, während man einen Minolta-QMX-Drucker mit dem Crown-Port integrieren kann.
Printserver Pro und Kontra:
Obwohl so ein Netzwerkdrucker von allen Stationen aus erreichbar ist, sollte man in strukturierten Netzen einen dedizierten Printserver zu installieren. Vorteile sind: Benutzerverwaltung auch für den Drucker, nicht jeder darf auf den teuren Farblaser ausdrucken, weniger Treiberprobleme, Verlagerung des Spoolings (gerade bei sehr umfangreichen Druckjobs sehr angenehm) und auch weniger Probleme mit Win9x-Clients, da die das Drucken auf eine Freigabe problemlos beherrschen.
Wem die Möglichkeiten, die ein Windows-Server im Druckmanagement bietet, nicht ausreichen, kann sich mit zusätzlicher Software ein Jobmanagement auf dem Server installieren. Mir bekannte Produkte sind da unter anderem der Job Ticket Manager von Konica-Minolta, bei dem die Endverarbeitungsmöglichkeiten vom Druckertreiber getrennt werden, vielmehr dem Druckjob ein Jobticket mitgegeben wird, was in einer zentralen Druckstelle abgearbeitet wird oder das Doc-Q-Route-System von Ricoh, was ein Regelsystem für Druckerwarteschlangen liefert (Beispiele: Wenn ein Druckjob mit mehr als X Seiten für Drucker A ankommt, leite den auf Drucker B um. Dies kann noch mit einer Userverwaltung kombiniert werden: Wenn ein Druckjob von User A auf den Farbdrucker geschickt wird, leite ihn auf den Schwarzweissdrucker um, während die Jobs von User B auf dem Farbdrucker gedruckt werden).
Drucken... ein Quell steter Freude für den Admin. ;-)
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